You are here: Presse - Medien | 29.03.2009

03/31/09

Vom Barock zum feurigen Tango

(c) Foto: Thomas Nolte

HERRNSHEIM

Von Philip Schäfer

Konzert in Herrnsheimer Gottliebenkapelle

Frisch war es draußen, drinnen angenehm - dank des gut befeuerten Holzofens in der kleinen Gottliebenkapelle. Der wunderschöne Veranstaltungsraum, so erzählte die Geigerin Caroline Adomeit-Gadd, sei eine protestantische Kapelle und deswegen zögere sie etwas, das letzte Stück ihres Konzertprogramms zu spielen: "Carolines Tango". Darin werde es nämlich "heiß", wie sie halb unschuldig, halb neckisch verriet. Das Publikum müsse sie und ihren Begleiter, den Pianisten Rochus Holewik, darum ein bisschen anfeuern. Ganz so heiß und begeistert wie der Applaus, mit dem sich die Zuhörer am Ende des Konzertes bedanken sollten, fiel die Anfeuerung vor dem Tango nun nicht aus, doch trotzdem hatte die Geigerin nicht zu viel versprochen. Mit Verve lockte sie die Besucher aus der Reserve.

Doch ihr selbst dürfte es schon von Beginn an sehr warm geworden sein, wenn man bedenkt, was sie mit der Sonate für Solovioline Nr. 3 von Johann Sebastian Bach vorlegte: ein gut zwanzigminütiges, viersätziges Werk, bei dem sie, völlig auf sich alleine gestellt, technisch gesehen alle Klippen zu umsegeln hatte, die man einem Spieler dieses Instruments nur zumuten kann. Allem voran waren unendliche Doppelgriffe zu meistern, und trotz aller Fallstricke gelang es der Künstlerin noch, in der interpretatorischen Ausgestaltung markante eigene Wege zu gehen. Das Feuerwerk im "Allegro assai" beschloss mit Bach den Barock.

Es folgte ein Riesen-Zeitsprung mitten in Brahms erste beiden Ungarischen Tänze in der Bearbeitung von Joseph Joachim. Nun wurde Adomeit am E-Piano begleitet von Rochus Holewik, der sich nicht nur als temperamentvoller, dabei aber einfühlsamer und präziser Pianist erwies, sondern das Publikum auch gefällig mit Anmerkungen durch das Programm geleitete. Caroline Adomeit-Gadd gefiel mit feurigem, unerschrockenem Bogenstrich, der die kleine Kapelle bis unters Dach mit Klang füllte. Aus dem gleichen virtuosen Holz geschnitzt war die "Mazurka" von Antonin Dvorák. Dass die Musikerin aber nicht einfach nur stürmisch drauflosgeigte, sondern abzustufen wusste, machte sich in Edward Elgars feinem Salonklassiker "Salut d´amour" bemerkbar.

Damit der Übergang in die Schwüle des Tangos nicht ganz so rasch kam, baute das Duo die Brücke mit der "Caprice Basque" der spanischen Geigerlegende Pablo de Sarasate. Und nach zwei erklatschten Zugaben aus wärmeren Gefilden musste das Publikum doch wieder hinaus - in die Frische des Wormser Frühlings.

Quelle: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/stadtteile/herrnsheim/6620356.htm

Basurconcerts.pdf

Basurconcerts

Ein weiteres Konzert mit Caroline Adomeit im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz (Veranstalter: BasurConcerts) findet statt am:

Sonntag 28.06.2009, 17 Uhr, Sturmfeder’sches Schloss, Dirmstein
An English Rose meets Tango
Mit Caroline Adomeit-Gadd (Violine) und Rochus Holewik (Klavier).

Für den Kultursommer wandelt sie ihr Programm ab und stellt es unter das Motto »Von Elgar bis zum Tango«. Caroline Adomeit-Gadd (übrigens Nichte von Kai Adomeit, siehe sein Konzert am 30. August) hat u. a. mit dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden und dem Mainzer Kammerorchester gespielt. Auch in anderen europäischen Ländern gab sie Konzerte.

Das Konzertprogramm finden Sie hier: