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Wiesbadener Kurier

Irmgard Reichel, 20.05.2009 Bad Schwalbach
 

Die Romantik stand Pate

BENEFIZKONZERT Geigerin Caroline Adomeit beweist virtuoses Können

 

Musikalische "Frühlingsgrüße von Elgar bis zum Tango" ließen das Duo Caroline Adomeit (Violine) und Rochus Holewik (Klavier) in der Reformationskirche erklingen als Benefiz-Konzert zu Gunsten der Tafeln im Untertaunus.

Die Romantik stand Pate bei den ausgewählten Kompositionen. Deren Violinvirtuosität meisterte die junge Geigerin nicht nur mit Bravour. Zudem erfüllte sie ihre Interpretationen mit besonders persönlicher und musikalischer Ausstrahlung.

Schon als Sechsjährige erhielt das aus einer Mainzer Musikerfamilie stammende Mädchen Geigenunterricht. Sie studiert seit 2002 bei namhaften Geigenpädagogen und -instrumentalisten in Amsterdam und Berlin und seit 2006 in der Meisterklasse von Professor Kolja Blacher in Hamburg. Solo-, Kammermusik- und Orchesterauftritte im In- und Ausland bescherten der 23-Jährigen viel Erfahrung und Erfolg.

Auch Rochus Holewik, Klavierpädagoge und examinierter Konzertpianist, hatte bei mehreren namhaften Lehrern und Meistern studiert, darunter auch bei Vitalis Margulis. Der Pianist konzertiert als Solist, Liedbegleiter und Kammermusikpartner. Dass er zudem auch Moderator-Qualitäten besitzt, bewies er in kleinen, aber feinen Überleitungen. Gleich zu Konzertbeginn vereinnahmte die Sonate von Franz Schubert als Duo für Klavier und Violine. Pulsierendes Drängen, schwebende Leichtigkeit und lebhafte Kraftfülle ließen Frühling fühlen. Auch der "Liebesgruß aus England - Salut d'Amour" von Edward Elgar kam bei den Zuhörern sehr gut an. Die als "virtuose Reißer" angekündigten beiden Sätze aus der "Suite im alten Stil" von Christian Sinding meisterte Adomeit mit filigraner Fingerakrobatik und rasanter Bogenführung. Wobei Feinsinnigkeit und Virtuosität in ausgewogener Wechselwirkung eingebunden und entfesselt wurden.

Rasant rhythmisch und enorm einfühlsam huldigt die Geigerin bei zwei von 21 ungarischen Tänzen dem Meister Johannes Brahms. Auch die Geigenfassung eines Nocturne von Frédéric Chopin durch einen Geigenvirtuosen verinnerlicht Adomeit in wehmütig träumerischer Versunkenheit und eindringlicher Klanglichkeit. Stimmungsumschwung in Melos und Rhythmus in einem "Mazurek" (Mazurka) von Antonin Dvorák erschwerten die Bodenhaftung der Füße. So manches Standbein wurde zum Tanzbein im Sitzen. "Carolines Tango" erschloss farbenfrohe Klangentfaltung und mitreißende Tanzrhythmik.

Mit zwei Zugaben endete ein brillantes Konzert, bei dem der Pianist mehr als mitgestalterisches Können bewies. Die Zuhörer dankten mit begeistertem Beifall im Stehen.

Bevor die beiden Zugaben den Schluss krönten, warb Caroline Adomeit für die gute Sache und bat um Spenden. Eine "Tafelschürze", wie sie die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen tragen, hatte ihr bereits Renate Wildenhain, Geschäftsführerin der Tafel des Diakonischen Werkes überreicht.Die trug nun die junge Geigerin zur Unterstreichung ihres Anliegens bei ihrer letzten Zugabe, einem Streicher-Arrangement nach George Gershwin.

 

Caroline Adomeit hat bereits über 25 000 Euro Spendengelder eingespielt.

 

Quelle: www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/bad-schwalbach/6865968.htm